Ratgeber · Praxis

Redaktionsplan erstellen: der Plan, den du durchhältst

Warum die meisten Pläne nach drei Wochen liegen bleiben — und wie ein Redaktionsplan aussieht, der zum Alltag eines kleinen Betriebs passt

Von Benno · Aktualisiert am 17.08.2026

Ein Redaktionsplan ist eine einfache Übersicht darüber, was du wann auf welchem Kanal veröffentlichst. Er braucht sechs Spalten, nicht fünfzehn: Datum, Kanal, Thema, Beitragsart, Material und Status. Alles darüber hinaus kostet mehr Pflege, als es einbringt — und ist der häufigste Grund, warum Pläne nach drei Wochen liegen bleiben.

Dass du schon einen Plan angefangen hast, spricht nicht gegen dich: Fast jede Anleitung im Netz endet mit einer Vorlage zum Herunterladen, und fast jede dieser Vorlagen ist für ein Marketing-Team mit vier Personen gebaut. Auf den nächsten Abschnitten steht deshalb nicht, wie eine Tabelle aussieht, sondern was in die Zellen kommt, wie viel Zeit die Pflege realistisch kostet — und welche Prüfung ausgerechnet bei vorgeplanten Beiträgen leicht ausfällt.

Unternehmerin ordnet an einer Wand-Monatsübersicht die Karten ihres Redaktionsplans neu, daneben Laptop und Notizbuch
Mit KI erstelltes Bild.

Warum Redaktionspläne nach drei Wochen sterben

Der Ablauf ist fast immer derselbe. Du lädst eine Vorlage herunter, sie hat fünfzehn Spalten — Zielgruppe, Kampagne, Hashtags, Verantwortlicher, KPI, Freigabe-Datum, Kanal-Variante. Du füllst sie für die erste Woche gewissenhaft aus, für die zweite Woche nur noch halb. In der dritten Woche kommt ein Auftrag dazwischen, und die Tabelle wird nie wieder geöffnet.

Das Problem ist nicht die fehlende Disziplin, sondern ein Missverhältnis: Der Plan verlangt jede Woche mehr Pflegeaufwand, als er an Denkarbeit abnimmt. Eine Spalte rechtfertigt sich nur, wenn sie dir eine Entscheidung erspart. „Hashtags" erspart dir keine Entscheidung — die triffst du ohnehin beim Schreiben. „Beitragsart" erspart dir eine: Du musst nicht jedes Mal neu überlegen, ob dieser Beitrag etwas gibt oder etwas fordert.

Der zweite Denkfehler steckt in der Menge. Wer mit drei Kanälen und fünf Beiträgen pro Woche startet, plant fünfzehn Veröffentlichungen — und wird sie nicht schaffen. Ein einziger Kanal mit zwei verlässlichen Beiträgen pro Woche schlägt drei Kanäle mit unregelmäßigen Ausbrüchen, weil auf einem gepflegten Profil überhaupt erst etwas entstehen kann. Der ausführliche Einstieg dazu steht im Leitfaden Social Media Marketing.

unter 4 von 10

Neun von zehn Marketingverantwortlichen nutzen bereits KI, um Inhalte zu produzieren — aber weniger als vier von zehn sagen, dass sich dadurch die Ergebnisse verbessert haben. Befragt wurden über 1.000 B2B-Marketingverantwortliche. Mehr Ausstoß ist also nicht der Engpass; die Planung dahinter ist es.

Quelle: Content Marketing Institute mit MarketingProfs, B2B-Befragung (über 1.000 Marketingverantwortliche)

Die sechs Spalten — und was jede leisten muss

SpalteWas hineingehörtWozu sie da ist
Datum & UhrzeitDer Tag, an dem der Beitrag herausgeht, plus eine feste UhrzeitOhne Termin wird aus dem Plan eine Ideenliste, und Ideenlisten werden nicht abgearbeitet
KanalGenau ein Kanal je Zeile — Instagram, Facebook, LinkedIn, NewsletterEin Text, der überall gleich läuft, wirkt nirgends richtig; getrennte Zeilen zwingen zur Anpassung
ThemaEin Satz, worum es geht — nicht der fertige BeitragTrennt das Denken vom Schreiben. Genau hier liegt der eigentliche Zeitgewinn
BeitragsartGibt der Beitrag etwas, oder fordert er etwas?Verhindert, dass das Profil unbemerkt zur Angebotswand wird
MaterialWelches Foto, Video oder Dokument gebraucht wird — und ob es schon existiertFehlendes Material ist der häufigste Grund für verschobene Beiträge
StatusIdee → Entwurf → freigegeben → eingeplantDu siehst auf einen Blick, was noch Arbeit ist und was nur noch auf sein Datum wartet

Was in die Zellen kommt: die Mischung entscheidet

Eine leere Tabelle beantwortet die schwierigste Frage nicht: Was soll ich denn nun posten? Die brauchbarste Antwort darauf ist keine Themenliste, sondern ein Verhältnis. Teile deine Beiträge in zwei Sorten — solche, die etwas geben, und solche, die etwas fordern.

Gebende Beiträge beantworten eine Frage, die dir Kundinnen und Kunden ohnehin ständig stellen, zeigen ein abgeschlossenes Projekt, erklären einen Fachbegriff oder räumen mit einem verbreiteten Irrtum in deinem Gebiet auf. Fordernde Beiträge verlangen etwas: Termin buchen, Angebot anfragen, Newsletter abonnieren, Stelle bewerben.

Ein tragfähiges Verhältnis liegt bei etwa drei gebenden Beiträgen auf einen fordernden. Der Grund ist keine Höflichkeitsregel, sondern eine praktische Beobachtung: Ein Profil, das überwiegend fordert, verliert genau die Leute, die noch nicht kaufen wollen — und das sind fast alle, die dich gerade erst entdecken. Wer die Spalte „Beitragsart" führt, sieht dieses Verhältnis kippen, bevor es jemandem draußen auffällt.

Ein zweiter Kniff spart mehr Zeit als jedes Werkzeug: Sammle erst zehn Themen, bevor du den ersten Satz schreibst. Themenfindung und Formulieren sind zwei verschiedene Tätigkeiten, und der Wechsel zwischen beiden kostet die meiste Energie. Wie sich der Schreibteil danach abkürzen lässt, steht in KI im Marketing.

In fünf Schritten zum ersten Monatsplan

  1. Einen Kanal festlegen: Nimm den Kanal, auf dem deine Kundschaft ohnehin unterwegs ist, und ignoriere die anderen für die ersten drei Monate. Ein gepflegtes Profil wirkt seriöser als vier verwaiste.
  2. Zehn Themen sammeln: Gehe die letzten Kundengespräche durch und notiere jede Frage, die mehr als einmal kam. Zehn Themen decken bei zwei Beiträgen pro Woche gut einen Monat ab — und du hast noch keine Zeile formuliert.
  3. Die Mischung festlegen: Markiere in deiner Themenliste, welche Beiträge geben und welche fordern. Bei acht Beiträgen im Monat sind sechs gebende und zwei fordernde ein guter Anfang.
  4. Termine setzen, die zu deiner Woche passen: Wähle zwei feste Wochentage statt einer wechselnden Verteilung. Feste Tage lassen sich zur Gewohnheit machen, wechselnde nicht — und Urlaub, Messen und Betriebsferien trägst du gleich mit ein.
  5. Einen Nachmittag im Monat blocken: Schreibe alle Beiträge eines Monats an einem Termin, statt jede Woche neu anzufangen. Der Plan liefert dazu die Themen; du musst nicht vor einem leeren Feld sitzen.
Realistisches Zeitbudget

Ein Redaktionsplan lohnt sich nur, wenn seine Pflege kleiner ist als der Aufwand, den er ersetzt. Für einen Kanal mit zwei Beiträgen pro Woche sieht ein tragfähiger Rhythmus so aus:

  • Einmal im Quartal: Themenliste auffüllen — etwa eine halbe Stunde
  • Einmal im Monat: alle Beiträge des Folgemonats schreiben, Bilder wählen, einplanen — ein Nachmittag
  • Einmal pro Woche: kurz auf Kommentare und Nachrichten schauen — zwanzig Minuten
  • Vor jeder Veröffentlichung: der Kurz-Check aus dem nächsten Abschnitt

Wer diesen Rhythmus nicht halten kann, plant nicht falsch, sondern zu viel: Dann geht ein Beitrag pro Woche statt zwei.

Unternehmer prüft am Laptop die vorbereiteten Beiträge seines Redaktionsplans, daneben ausgedruckte Fotos und ein markierter Tischkalender
Mit KI erstelltes Bild.

Der Punkt, den keine Vorlage abdeckt: geplante Beiträge gehen ohne zweiten Blick heraus

Ein Redaktionsplan verschiebt den Zeitpunkt der Entscheidung nach vorn. Was du heute einplanst, wird in drei oder sechs Wochen automatisch veröffentlicht — ohne dass jemand noch einmal daraufschaut. Genau darin liegt sein Nutzen, und genau daraus entsteht ein Risiko, das bei spontanem Posten gar nicht existiert: Zwischen Planung und Veröffentlichung kann sich der Sachverhalt ändern. Ein Preis, eine Aktion, eine Öffnungszeit, die Verfügbarkeit eines Produkts — oder die Zustimmung der Person, die auf dem Foto zu sehen ist.

Bei Fotos von Menschen ist das kein Randfall. Für die Veröffentlichung erkennbarer Personen gilt in Deutschland § 22 des Kunsturhebergesetzes: Sie ist ohne Einwilligung grundsätzlich unzulässig. Das betrifft Mitarbeitende auf dem Teamfoto genauso wie Kundinnen bei der Eröffnungsfeier.

§ 22 KUG

Der Gesetzestext ist denkbar kurz: „Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden." Ob und wie sich eine einmal erteilte Einwilligung wieder zurücknehmen lässt, steht dort nicht — das haben die Gerichte entschieden.

Quelle: § 22 Kunsturhebergesetz (KunstUrhG), Gesetze im Internet

Und genau hier wird es interessant, weil zwei Vorschriften mit gegenläufiger Logik aufeinandertreffen. Zur Einwilligung nach dem Kunsturhebergesetz haben Gerichte wiederholt entschieden, dass sie grundsätzlich bindet und nur aus wichtigem Grund widerrufen werden kann — etwa wenn sich die innere Einstellung der abgebildeten Person nachweislich gewandelt hat. Beruht die Veröffentlichung dagegen auf einer datenschutzrechtlichen Einwilligung, gilt Art. 7 Abs. 3 DSGVO: „Die betroffene Person hat das Recht, ihre Einwilligung jederzeit zu widerrufen." Wie sich beide Normen zueinander verhalten, ist unter Juristen bis heute umstritten.

Für die Planung ist der Streit aber gar nicht entscheidend, denn beide Wege führen zur selben praktischen Regel: Verlasse dich bei vorgeplanten Beiträgen nicht darauf, dass ein einmal eingeholtes Einverständnis noch trägt, wenn der Beitrag Wochen später herausgeht. Wer das Team fotografiert, hält die Zustimmung schriftlich fest und notiert im Plan, wessen Bild in welchem Beitrag steckt — dann ist beim Ausscheiden einer Person in zwei Minuten klar, welche eingeplanten Beiträge zu prüfen sind. Ohne diese Notiz durchsucht man den halben Kanal.

Dasselbe Prinzip gilt für Bildmaterial aus fremden Quellen: Lizenzen für Stockfotos sind zeitlich und im Umfang begrenzt, und die Nutzungsbedingungen mancher Anbieter unterscheiden zwischen redaktioneller und werblicher Verwendung. Bei Bildern, die du selbst erzeugst, entfällt diese Unsicherheit — dafür kommen Kennzeichnungsfragen hinzu, die im Ratgeber zu KI-Bildern stehen.

Kurz-Check, bevor ein Beitrag eingeplant wird

Vier Fragen, die jede Zeile deines Plans überstehen sollte. Sie kosten pro Beitrag keine Minute und fangen genau die Fehler ab, die bei vorgeplanten Veröffentlichungen entstehen.

  • Stimmen Preise, Fristen und Öffnungszeiten auch noch am Veröffentlichungstag?
  • Liegt für jede erkennbare Person auf dem Bild eine Zustimmung vor — und ist notiert, um wen es sich handelt?
  • Ist das Bildmaterial für werbliche Nutzung freigegeben, und ist gekennzeichnet, was mit KI erstellt wurde?
  • Gelten für deine Branche besondere Werberegeln, etwa im Gesundheitswesen oder in beratenden Berufen?

Der Check ersetzt keine Rechtsberatung. Er sorgt nur dafür, dass die Prüfung überhaupt stattfindet, bevor der Beitrag ohne zweiten Blick herausgeht.

Wo KI im Redaktionsplan wirklich hilft — und wo nicht

Der Reiz liegt nahe, den ganzen Plan erzeugen zu lassen. Das führt zuverlässig zu dreißig austauschbaren Beiträgen, die niemand von denen anderer Betriebe unterscheiden kann. Sinnvoll ist die Arbeitsteilung andersherum: Die Themen kommen von dir, weil nur du weißt, welche Fragen deine Kundschaft wirklich stellt. Das Ausformulieren, das Anpassen an den jeweiligen Kanal und das passende Bild sind die Arbeit, die abgenommen werden kann.

Genau dafür ist der Social-Media-Planer im KI Marketing Studio gebaut. Er schreibt die Beiträge in deinem hinterlegten Tonfall, erzeugt die Bilder im Stil deiner Marke, achtet auf die Mischung aus gebenden und fordernden Beiträgen und prüft den Text auf typische Verstöße gegen die Werberegeln deiner Branche. Veröffentlicht wird nur, was du freigegeben hast — die Prüfung ist eine Unterstützung, kein Ersatz für rechtlichen Rat.

Der Plan selbst bleibt dabei deine Entscheidung. Ein Werkzeug kann dir das Schreiben abnehmen, aber nicht die Frage beantworten, wie viel du dir pro Woche zumuten willst. Fang deshalb kleiner an, als du könntest: Der Plan, den du im dritten Monat noch führst, ist mehr wert als der vollständige, den du nach drei Wochen zuklappst.

Häufige Fragen zu Redaktionsplan erstellen: der Plan, den du durchhältst

Was gehört in einen Redaktionsplan?+

Sechs Angaben genügen: Datum und Uhrzeit, Kanal, Thema in einem Satz, Beitragsart (gibt der Beitrag etwas oder fordert er etwas), benötigtes Material und der Status. Weitere Spalten wie Hashtags, Kampagnen-Zuordnung oder Kennzahlen lohnen sich erst, wenn mehrere Personen am Plan arbeiten — im Ein-Personen-Betrieb erzeugen sie nur Pflegeaufwand.

Wie oft sollte ich veröffentlichen?+

Lieber zwei Beiträge pro Woche über sechs Monate als fünf über drei Wochen. Regelmäßigkeit schlägt Menge, weil ein Profil erst dann als gepflegt wahrgenommen wird, wenn zwischen den Beiträgen keine langen Lücken klaffen. Beginne mit einem Rhythmus, den du auch in einer vollen Arbeitswoche hältst, und erhöhe erst, wenn er drei Monate lang gestanden hat.

Brauche ich für jeden Kanal einen eigenen Redaktionsplan?+

Nein, aber jede Zeile sollte genau einen Kanal betreffen. Ein Plan mit einer Spalte „Kanal" reicht völlig aus. Wichtig ist nur, denselben Text nicht unverändert überall auszuspielen: Was auf LinkedIn sachlich wirkt, klingt auf Instagram steif, und ein Newsletter verträgt deutlich mehr Länge als ein Social-Media-Beitrag.

Wie weit im Voraus sollte ich planen?+

Ein Monat ist für kleine Betriebe der beste Kompromiss. Kürzer geplant, entsteht der Zeitgewinn nicht, weil du dich immer wieder neu hineindenken musst. Deutlich länger geplant, veralten Angaben wie Preise, Aktionen oder Verfügbarkeiten — und niemand schaut vor der automatischen Veröffentlichung noch einmal darauf.

Darf ich Fotos meiner Mitarbeitenden in geplanten Beiträgen verwenden?+

Für die Veröffentlichung erkennbarer Personen ist nach § 22 Kunsturhebergesetz deren Einwilligung erforderlich. Hole sie schriftlich ein und notiere im Redaktionsplan, in welchen Beiträgen wessen Bild steckt. Verlässt jemand den Betrieb oder ändert die Person ihre Haltung, siehst du dann sofort, welche bereits eingeplanten Beiträge du prüfen musst — statt den ganzen Kanal durchzusehen.

Reicht eine Excel-Tabelle als Redaktionsplan?+

Für den Anfang ja. Eine Tabelle wird erst dann zum Nachteil, wenn du Beiträge auch tatsächlich terminiert veröffentlichen willst: Dann liegen Plan und Veröffentlichung an zwei verschiedenen Orten, und die Tabelle veraltet unbemerkt. Ab diesem Punkt lohnt ein Werkzeug, in dem Planung und Veröffentlichung dieselbe Ansicht sind.

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Themen von dir, den Rest übernimmt das Studio

Das KI Marketing Studio macht aus deiner Themenliste fertige Beiträge in deinem Tonfall, erzeugt die passenden Bilder und legt alles auf deine Wunschtermine. Vor dem Einplanen prüft es jeden Text auf typische Verstöße gegen die Werberegeln deiner Branche — veröffentlicht wird nur, was du freigegeben hast.

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